Die Wiener Kläranlage: Sauberes Abwasser - sauberer Strom

Die Wiener Kläranlage: Sauberes Abwasser - sauberer Strom

Wien: Abwasserreinigung und Wasserqualität

Einleitung zur Wasserversorgung in Wien

  • Wien ist eine Millionenstadt, bekannt für Kunst, Kultur und hohe Lebensqualität.
  • Die Stadt bietet frisches Hochquellwasser aus den Bergen, das über zwei Hauptleitungen verteilt wird.

Trinkwasserverbrauch in Wien

  • Der tägliche Trinkwasserverbrauch beträgt 130 Liter pro Person; nur drei Liter werden zum Kochen oder Trinken verwendet.
  • Der Großteil des Wassers wird für Körperpflege und WC-Spülungen genutzt.
  • Zusätzlich fließt Abwasser aus Gewerbe, Industrie und Regenwasser ins Kanalnetz der Stadt.

Das Kanalnetz von Wien

  • Das Wiener Kanalnetz erstreckt sich über 2500 Kilometer und leitet das Abwasser zur Kläranlage in Simmering.
  • Pro Sekunde gelangen etwa 6000 Liter Abwasser in die Kläranlage, die rund um die Uhr betrieben wird.

Mechanische Reinigung des Abwassers

  • Der Reinigungsprozess beginnt mit der mechanischen Reinigung in vier Stationen. Die erste Station entfernt grobe Feststoffe wie Steine und Müll.
  • Eine spezielle Schneckenpumpe hebt das Abwasser an, um es durch die weiteren Reinigungsstufen zu leiten.
  • In der zweiten Station werden Essensreste und andere unerwünschte Materialien durch Grob- und Feinrechen herausgefiltert.

Sandfang und Vorklärung

  • Im Sandfang sinken Sandkörner ab; täglich werden hier etwa drei Tonnen abgesetzter Stoffe entfernt.
  • In der Vorklärung fließt das Abwasser langsam, sodass auch kleinste Partikel absinken können; täglich fallen rund 150 Tonnen Schlamm an.

Biologische Reinigung des Abwassers

  • Nach der mechanischen Reinigung erfolgt die biologische Behandlung zur Entfernung organischer Verunreinigungen wie Kohlenstoffverbindungen, Stickstoff und Phosphor.
  • Mikroorganismen im Belebungsbecken bauen Schmutzstoffe ab; dafür benötigen sie Sauerstoff, der durch leistungsstarke Aggregate bereitgestellt wird.

Belüftungssysteme in der Kläranlage

  • Über sogenannte Tellerbelüfter wird Luft ins Wasser geleitet; es gibt etwa 80.000 dieser Belüfter in Betrieb, um den Stoffwechsel der Mikroorganismen anzuregen.

Funktionsweise der biologischen Stufen

  • In den belebten Zonen verarbeiten Mikroorganismen Kohlenstoff für ihre Energiegewinnung; unbeleuchtete Zonen schaffen optimale Bedingungen für deren Wachstum.( t = 348 s )

Stickstoffabbau im Abwasser

  • In einer zweiten biologischen Stufe wird Stickstoff abgebaut; Harnstoff aus dem Urin wird schrittweise zu gasförmigem Stickstoff umgewandelt.( t = 431 s )

Diese Notizen bieten einen umfassenden Überblick über den Prozess der Wasseraufbereitung in Wien sowie die Herausforderungen bei der Aufrechterhaltung einer hohen Wasserqualität.

Abwasserreinigung in Wien: Einblicke in den Prozess

Qualität des gereinigten Abwassers

  • Das nachklärbecken hat eine Kapazität von 13 Millionen Litern gereinigtem Abwasser, das aufgrund eines optischen Phänomens fast schwarz erscheint.
  • Das gereinigte Abwasser ist frei von Schwebstoffen, was die hohe Qualität des Reinigungsprozesses beweist.

Überwachung und Kontrolle der Kläranlage

  • Nach 20 Stunden fließt das gereinigte Abwasser über getauchte Rohre in den Ablauf zum Donaukanal. Vor der Entlassung in die Natur erfolgen letzte Analysen und Qualitätskontrollen rund um die Uhr durch Mitarbeiter der EBS Wien.
  • Modernste Leittechnik unterstützt die Mitarbeiter; tausende Sonden und Pumpen senden ständig Meldungen über ihren Zustand, mit etwa 20.000 Signalen pro Stunde, die im Schaltwarte zusammenlaufen.

Energieverbrauch und Umweltbewusstsein

  • Die Wiener Kläranlage entfernt bis zu 99% der Kohlenstoffverbindungen aus dem Abwasser und spart täglich rund 125 Tonnen an Verunreinigungen ein. Der jährliche Stromverbrauch beträgt mehr als 60 Gigawattstunden, was dem Verbrauch von 25.000 Haushalten entspricht.
  • Der Großteil des Stroms wird zur Versorgung von Mikroorganismen mit Sauerstoff verwendet; es werden alle Möglichkeiten zur Erzeugung von Strom und Wärme aus erneuerbaren Energieträgern genutzt.

Klärschlammverarbeitung

  • Der Klärschlamm hat anfangs einen Trockensubstanzgehalt von weniger als einem Prozent; dieser muss durch zwei Schritte erhöht werden: Zuerst sinken Feststoffe durch Schwerkraft zu Boden, wodurch das Volumen auf ein Viertel reduziert wird und der Trockensubstanzgehalt auf etwa vier Prozent steigt.
  • Leistungsstarke Zentrifugen erhöhen den Trockensubstanzgehalt auf rund acht Prozent; dicker darf der Schlamm nicht werden, da er transportfähig bleiben muss.

Faulbehälter und Biogasproduktion

  • Der Schlamm gelangt in große Faulbehälter, wo er unter Luftabschluss für durchschnittlich 25 Tage verbleibt; Mikroorganismen bauen organische Inhaltsstoffe ab und produzieren Klärgase, hauptsächlich Methan (ca. 60%).
  • Das Klärgas wird in Gasbehälter geleitet, wo es gespeichert wird; Stützgebläse halten die äußere Membran konstant während sich die innere Membran anpasst. Danach erfolgt eine Reinigung des Gases durch Aktivkohlefilter vor der Nutzung in Blockheizkraftwerken.

Nutzung des erzeugten Biogases

  • Die Blockheizkraftwerke nutzen das gereinigte Gas als Brennstoff zur Erzeugung elektrischer Energie; dabei wird auch die Abwärme für Heizung und Kühlung verwendet sowie zur Erwärmung des Klärschlamms genutzt.
  • Die Wiener Kläranlage produziert mehr saubere Energie als sie verbraucht, indem überschüssige Öko-Wärme und Strom ins Wiener Netz eingespeist werden – ein Beispiel für nachhaltige Energieerzeugung im Rahmen der Abwasserreinigung.
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Sie ist größer als der Vatikan und sorgt für klare Verhältnisse in Wien: Die von der ebswien betriebene Kläranlage der Stadt Wien reinigt mehr als 6.000 Liter Abwasser pro Sekunde, rund 200 Millionen Kubikmeter jährlich. Nach einer mechanischen Reinigungsstufe nimmt sich die ebswien in den beiden biologischen Reinigungsstufen der Kläranlage die Natur zum Vorbild: Mikroorganismen bauen die Verunreinigungen im Abwasser ab, genauso wie in natürlich Fließgewässern. Aus dem Klärschlamm, neben gereinigtem Abwasser das "Restprodukt" der Abwasserreinigung, erzeugt die ebswien in ihrer Schlammbehandlungsanlage saubere Energie. Und zwar mehr, als sie zur Abwasserreinigung in Wien verbraucht. Die Wiener Kläranlage ist also auch ein echtes "Öko-Kraftwerk".