Kommentar 2- Zentralmatura Deutsch Jänner 2019 #34
Willkommen bei Matura Express
Einführung in den Kommentar
- Roland begrüßt die Zuschauer und wünscht frohe Weihnachten. Er erklärt, dass das Thema des Tages ein schriftlicher Kommentar ist.
- Der Kommentar ist eine flexible Textform, die zwischen 270 und 660 Wörtern umfassen kann, was ihn für verschiedene Aufgaben geeignet macht.
- Kommentare sind häufig in Prüfungen zu finden, da sie sowohl kürzere als auch längere Texte kombinieren können.
Merkmale eines Kommentars
- Ein Kommentar soll informieren und gleichzeitig eine persönliche Meinung vermitteln. Dies erfordert einen Balanceakt zwischen objektiver Information und subjektiver Stellungnahme.
- Anders als in Leserbriefen wird im Kommentar nicht direkt aus der Ich-Perspektive geschrieben; stattdessen werden Argumente formuliert, um die eigene Meinung zu untermauern.
Beispiel aus der Matura
- Roland präsentiert ein Beispiel von der Matura vom September 2016 zum Thema "journalistische Verantwortung".
- Die Aufgabe besteht darin, einen Kommentar zu verfassen über die Frage: "Was dürfen Bilder zeigen?" im Kontext einer Diskussion über Katastrophen und Kriege.
Arbeitsaufträge zur Kommentarschreibung
- Die Schüler sollen eine Problemstellung benennen, die in der Textbeilage dargelegt wird.
- Es gilt unterschiedliche Positionen der Diskussionsteilnehmer zu bewerten, insbesondere im Umgang mit Bildern von Opfern.
- Der letzte Arbeitsauftrag fordert dazu auf, eine eigene Stellungnahme zur Frage abzugeben, wie Medien mit schockierenden Bildmaterial umgehen sollten.
Hinweise zur Bearbeitung
- Die Schüler müssen darauf achten, ihre Meinungen allgemein zu formulieren und nicht direkt aus der Ich-Perspektive zu schreiben.
- Es wird betont, dass die Schweizer Rechtschreibung beibehalten wurde.
Inhaltliche Aspekte des Themas
- Der Originaltext behandelt juristische Fragestellungen bezüglich verletzender Bilder sowie deren Sensationslust und Informationspflicht.
- Es wird diskutiert, welche Bilder juristisch problematisch sind und wie diese das Publikum beeinflussen können.
Diskussion über den Umgang mit Katastrophenbildern
Sensationslust vs. Respekt
- In der renommierten Fotoagentur Magnum sind Bilder von Katastrophen zu sehen, die verstörende Darstellungen zeigen, darunter entstellte Körper und ein abgerissener Fuß.
- Die Schweizer Illustrierte und der Sonntagsblick haben durch ihre Auswahl an Bildern heftige Reaktionen ausgelöst, was eine emotionale Debatte auf Twitter zur Folge hatte.
- Der Journalist Christoph Moser hat ebenfalls ein krasses Bild geteilt, das die Diskussion um den respektvollen Umgang mit solchen Bildern anheizte.
Boulevardmedien vs. Qualitätsmedien
- Stefan Regez, Chefredakteur der Schweizer Illustrierten, erklärt, dass Boulevardmedien härtere Bilder zeigen als Qualitätsmedien; dies führt zu einer neuen Güterabwägung bei jedem Bild.
- Boulevardmedien verwenden oft emotionalisierte Bilder und große Überschriften, während Qualitätsmedien sich fachlicher mit Themen auseinandersetzen.
Positionen im Medienclub
- Im Medienclub diskutieren Familien über den sensiblen Umgang mit Katastrophenbildern; verschiedene Positionen werden vorgestellt.
- Stefan Regez äußert sich kritisch zu den Vorwürfen der Sensationslust bezüglich eines bestimmten Bildes eines toten Passagiers.
Problemstellung und Informationspflicht
- Es wird betont, dass Bilder schockierend sein können und es eine Informationspflicht gibt; die zentrale Frage bleibt: Was dürfen oder müssen Bilder zeigen?
- Die Problematik des respektvollen Umgangs mit Bildern von Opfern wird zusammengefasst; diese Fragen sind entscheidend für die weitere Diskussion.
Radikalerer Umgang mit Kriegsbildern
- Christoph Moser plädiert für einen radikaleren Umgang mit Bildern von Kriegsopfern in den Medien angesichts der Flut an ungefilterten Informationen in sozialen Medien.
- Er fordert Journalisten auf, neu über die Wirkung von Kriegsbildern nachzudenken und deren Rolle in der visuellen Informationsvermittlung zu reflektieren.
Diskussion über die Verantwortung von Fotografen in Kriegsgebieten
Die Rolle des Fotografen und seine Verantwortung
- Christoph Moser, ein Journalist, teilt ein Bild von Trümmern auf Twitter und wird für seinen radikalen Umgang mit Bildern von Kriegsopfern kritisiert.
- Reto Camenzind, ein Fotograf und Absolvent einer Schweizer Journalistenschule, betont die Verantwortung des Fotografen hinsichtlich der Konsumation seiner Bilder durch das Publikum.
- Dominic Nahr, ein Kriegsfotograf, erklärt, dass er während gefährlicher Situationen primär um seine eigene Sicherheit besorgt ist und nicht darüber nachdenkt, ob das Bild veröffentlicht wird.
Ethik bei der Veröffentlichung von Bildern
- Der stellvertretende Nachrichtenchef beim Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), Egger, äußert Bedenken bezüglich expliziter Gewaltdarstellungen und fragt sich stets nach der Relevanz solcher Bilder für die Geschichte.
- SRF geht anders mit gewalttätigen Bildern um als Boulevardzeitungen; sie überlegen sorgfältig die Auswirkungen auf Angehörige und Zuschauer.
Perspektiven von Social Media-Nutzern
- Corine Turrini Fluri, eine Journalistin und Social Media-Nutzerin, zeigt sich entsetzt über Moser's Bild auf Twitter. Sie möchte keine verstümmelten Menschen oder Tote ohne Vorwarnung in ihrer Timeline sehen.
- Ihre klare Haltung verdeutlicht den Wunsch nach Sensibilität im Umgang mit solchen Bildern im Internet.
Zusammenfassung der unterschiedlichen Standpunkte
- Es gibt unterschiedliche Meinungen unter Journalisten: Einige befürworten drastische Bilder zur Berichterstattung; andere betonen die Verantwortung des Fotografen für die Wirkung seiner Bilder.
- Während einige Fotografen in Krisensituationen agieren müssen ohne an die Veröffentlichung zu denken, sind Redakteure wie Egger sehr bedacht darauf, welche Bilder gezeigt werden dürfen.
Reflexion über ethische Grenzen in der Berichterstattung
- Die Diskussion dreht sich um die Frage: Wann wird eine Grenze überschritten? Können alle Bilder ohne Rücksicht auf Opfer veröffentlicht werden?
- Diese Fragen wurden in einer Diskussionsrunde beim Schweizer Fernsehen behandelt. Es wird thematisiert, wie wichtig es ist zu reflektieren, was veröffentlicht werden darf.
Zentrale Problematik erkennen
- Die zentrale Problematik besteht darin zu definieren, wann eine Grenze überschritten wird. Dies betrifft sowohl das Publikum als auch Angehörige der Opfer.
Diskussion über die Darstellung von Katastrophenbildern
Unterschiedliche Positionen der Diskutierenden
- Die Diskussionsteilnehmer bewerten, wie verschiedene Medien (Boulevard- vs. Qualitätsmedien) mit Bildern von Opfern umgehen. Boulevardmedien zeigen oft extremere Bilder, um die Wirkung von Katastrophen zu verstärken.
- Es wird darauf hingewiesen, dass die gezeigten Bilder für die Opfer schwer erträglich sind und dass Kriegsfotografen oft ohne lange Überlegungen Fotos machen, während sie sich gleichzeitig ihrer eigenen Sicherheit bewusst sind.
- Der Fotograf muss abwägen, welche Bilder für die Öffentlichkeit geeignet sind; dies stellt eine Verantwortung dar, die auch bei den Fotografen liegt.
Kritische Betrachtung der Aussagen
- Eine Aussage eines Kriegsfotografen wird erwähnt: Dominic Nahr ist mehr mit technischen Aspekten beschäftigt als mit der moralischen Dimension seiner Arbeit.
- Es wird kritisiert, dass unterschiedliche Meinungen von verschiedenen Personen nicht korrekt zusammengeführt werden. Reto Camenisch spricht ebenfalls über Verantwortung in Bezug auf Bildveröffentlichungen.
Fehlende Bewertungen und Reflexion
- Die Bewertung der unterschiedlichen Positionen fehlt in der Diskussion. Es wird lediglich wiedergegeben, was gesagt wurde, ohne eine tiefere Analyse vorzunehmen.
- Ein Beispiel für eine mögliche Bewertung könnte sein: Der Standpunkt des Fotografen ist nachvollziehbar, da er sich selbst in Gefahr begibt.
Haltung eines Redakteurs einer Qualitätszeitung
- Ein Redakteur erklärt seine zurückhaltende Haltung zur Veröffentlichung schockierender Bilder und betont deren Relevanz für die Story.
- Es wird klargestellt, dass es sich um den stellvertretenden Nachrichtenchef des SRF handelt und nicht um einen Redakteur einer Zeitung; dies verdeutlicht den Unterschied zwischen verschiedenen Medienformaten.
Kaufverhalten der Leser
- Die Frage nach dem Kaufverhalten von Zeitungen wird aufgeworfen: Welche Art von Berichterstattung zieht mehr Leser an?
- Viele Menschen möchten erschütternde Artikel lesen und dabei das Ausmaß des Grauens durch drastische Fotos erleben; dies zeigt ein gewisses Interesse an emotionaler Identifikation mit dem Leid anderer.
Medienberichterstattung über Kriege und Katastrophen
Verantwortung der Journalisten
- Es ist wichtig, dass über Kriege oder Katastrophen berichtet wird, um die Augen nicht zu verschließen und sich Gedanken über die aktuelle Lage auf unserem Planeten zu machen. Journalisten müssen besonders darauf achten, wenn Grenzen überschritten werden.
- Der Arbeitsauftrag verlangt eine Stellungnahme zur Frage, wie Medien mit Bildmaterial umgehen sollen. Hierbei wird betont, dass man sich Gedanken über die aktuelle Lage machen muss und insbesondere bei Grenzüberschreitungen vorsichtig sein sollte.
- Eine Wiederholung von Begriffen wird angesprochen; es sollte klargestellt werden, dass Journalisten sich ihrer Verantwortung bewusst sein müssen und erkennen sollten, wann Grenzen überschritten werden.
- Die Notwendigkeit der Berichterstattung und Veröffentlichung von Bildern wird hervorgehoben. Es ist ein vertretbarer Standpunkt, dass Journalisten ihre Verantwortung ernst nehmen müssen.
- Es wird deutlich gemacht, dass Bilder gezeigt werden sollen, aber auch bedacht werden muss, wie sehr die Opfer oder deren Angehörige darunter leiden könnten. Dies führt zu einer kritischen Betrachtung des Themas.
Analyse des Arbeitsauftrags
- Der erste Arbeitsauftrag wurde bearbeitet; es gibt jedoch Unklarheiten in den Aussagen. Zwei zentrale Punkte sind ungenau formuliert worden.
- Die eigene Meinung kommt gut zur Geltung; dennoch bleibt unklar, ob alle Aspekte des Arbeitsauftrags erfüllt wurden. Wichtig ist hier die präzise Bewertung der Situation durch die Journalisten.
- Im letzten Absatz wird allgemein gefordert, dass Journalisten sich ihrer Verantwortung bewusst sein müssen. Einig ist man sich darüber, dass dies eine grundlegende Voraussetzung für verantwortungsvolle Berichterstattung darstellt.