Musik im Dritten Reich - Der Maestro und die Cellistin von Auschwitz | DW Doku Deutsch
Wie wurde die deutsche Musikszene von den Nazis beeinflusst?
Einleitung zur Thematik
- Die gesamte deutsche Musikszene wird als von Nazikollaborateuren geprägt dargestellt, was zu einem tiefen kulturellen Bruch führte.
- Die Wiener Philharmoniker spielten für ihre deutschen Aufseher und wurden Teil der nationalsozialistischen Propaganda.
Erfahrungen aus dem Konzentrationslager
- Anita Laske, eine Jüdin aus Breslau, berichtet über ihre Erlebnisse im Konzentrationslager Bergen-Belsen.
- Sie beschreibt die Ankunft der Engländer und das Unverständnis über die Realität des Lagers, das mehr einer Leichengrube als einem Gefangenenlager glich.
- Laske schildert die Notlage der Häftlinge, einschließlich Wassermangel und Krankheiten wie Typhus.
Musikalische Erinnerungen und deren Bedeutung
- Laske spricht über die Schreie der Häftlinge und die Rolle der Musik im Lager; sie war oft mit grausamen Ereignissen verbunden.
- Ihre persönliche Verbindung zur Musik wird deutlich: Das Cello ihrer Großmutter rettete ihr Leben.
Zerstörung des deutschen Musiklebens
- Nach dem Zweiten Weltkrieg sind viele kulturelle Zentren zerstört; Wilhelm Furtwängler steht vor den Trümmern seiner Karriere.
- Furtwängler wird als Mitläufer eingestuft und kehrt später erfolgreich auf die Bühne zurück.
Furtwänglers musikalisches Erbe
- Geboren 1886 in Berlin, machte Furtwängler schnell Karriere als Dirigent; seine Aufführungen waren sowohl bewunderten als auch einschüchternd.
- Trotz seines musikalischen Genies zeigt er kein Mitgefühl für Opfer des Regimes; sein Mitleid gilt nur den Deutschen unter Besatzungsmächten.
Einfluss der Nationalsozialisten auf die Musikszene
- Deutschland galt in den 1930er Jahren als das Land der Musik mit vielfältigen Genres; dies änderte sich nach Hitlers Machtübernahme.
- Joseph Goebbels installierte sofort nach der Machtergreifung die Reichskulturkammer, um Musiker zu kontrollieren.
Die Kontrolle des deutschen Kulturlebens
Die Reichskulturkammer und ihre Führung
- Joseph Goebbels übernimmt die Kontrolle über das deutsche Kulturleben und verteilt Ämter an Künstler, um die nationalsozialistische Ideologie zu fördern.
- Dr. Richard Strauss wird Präsident der Reichsmusikkammer; Wilhelm Furtwängler wird Vizepräsident und erhält den Ehrentitel „preußischer Staatsrat“.
Bedeutung der Musik im Nationalsozialismus
- Musik wird als die "deutscheste Kunst" betrachtet, die direkt aus der "Rassenseele" spricht; es fließen nie zuvor so viele staatliche Mittel in die Musikförderung.
- Die Nazis rechtfertigen ihre kulturellen Maßnahmen mit dem Argument, dass sie eine Kulturnation sind; Kultur dient als Deckmantel für ihre politischen Ziele.
Ausschluss fremdrassiger Elemente
- Der Fokus auf nationale Identität führt zur Ausgrenzung aller als „fremdrassig“ betrachteten Elemente aus Kunst und Kultur.
- Es wird behauptet, dass es möglich sei, jüdische Künstler aus dem Kulturbereich zu entfernen, ohne dass dies negative Auswirkungen habe.
Erinnerungen an eine jüdische Kindheit
Musikalische Anfänge
- Anita Lasker beschreibt ihre Kindheit in einer deutsch-jüdischen Familie in Breslau, wo Musik ein zentraler Bestandteil des Lebens war.
- Sie erinnert sich daran, wie sie als Kind mit einem Cello spielte und von ihrer Mutter musikalisch gefördert wurde.
Schwierigkeiten durch den Nationalsozialismus
- Mit zunehmendem Alter stellte Lasker fest, dass es keine jüdischen Cello-Lehrer mehr gab; dies führte zu Herausforderungen in ihrer musikalischen Ausbildung.
- Nach dem Umzug nach Berlin erhielt sie Unterricht bei Leo Rosal kurz vor der Kristallnacht; dieser Zeitpunkt markierte einen Wendepunkt in ihrem Leben.
Der Einfluss von Wilhelm Furtwängler
Dirigierstil und Kommunikation
- Furtwänglers Art zu dirigieren war einzigartig; er kommunizierte sowohl mit den Musikern als auch mit dem Publikum auf eine Weise, die damals unvergleichlich war.
Stilbildende Rolle in der deutschen Musik
- Er hatte bedeutenden Einfluss auf das Repertoire deutscher Orchester wie den Berliner Philharmonikern und prägte damit den Stil der deutschen Musik nachhaltig.
Politische Dimensionen der Kunst
- Furtwängler sah Politik und Kunst als getrennte Bereiche an; seine Überzeugung war, dass deutsche Musik nicht nur Teil des Volkes ist, sondern auch dessen Wesen widerspiegelt.
Die Rolle der Musik im Nationalsozialismus
Politische Einflussnahme auf die Kunst
- Musik verkörpert ewige Werte und sollte frei von politischer Einflussnahme sein, was im Gegensatz zu den Zielen von Propagandaminister Göbbels steht.
- Die Berliner Philharmoniker wurden 1933 verstaatlicht, um wirtschaftliche Schwierigkeiten zu überwinden; dies geschah unter dem Druck des Regimes.
Verfolgung jüdischer Musiker
- Vier jüdische Musiker, darunter Konzertmeister Schimon Goldberg, wurden zunehmend unter Druck gesetzt und verloren ihre Stellen bis 1935.
- Trotz des Einsatzes von Wilhelm Furtwängler für die Musiker war der Druck des Regimes zu groß, sodass sie Deutschland verlassen mussten.
Konflikte mit dem NS-Regime
- Furtwängler setzte sich 1934 für Paul Hindemith ein, dessen Konzert verboten wurde; dies führte zu einem Konflikt mit Göbbels.
- Nach dieser Auseinandersetzung schüchterte das Regime Furtwängler ein, was seine künstlerische Freiheit stark einschränkte.
Der Pakt mit dem Teufel
- Furtwängler kehrte 1935 zurück auf die Bühne und dirigierte wieder für die Nazis, was als moralisch verwerflich angesehen wird.
- Er akzeptierte eine Rolle innerhalb des nationalsozialistischen Systems und spielte unter Hakenkreuzfahnen.
Jüdisches Kulturleben in Deutschland
- Arbeitslose jüdische Musiker gründeten 1933 den Kulturbund deutscher Juden als Selbsthilfeorganisation zur Aufrechterhaltung ihrer kulturellen Identität.
- Diese Organisation ermöglichte es Juden, weiterhin aufzutreten und ihre kulturelle Identität neu zu verhandeln, trotz strenger Kontrolle durch das NS-Regime.
Deportationen und persönliche Schicksale
- Die Deportationen begannen erst 1942; viele Menschen erhielten Aufforderungen zur Meldung bei der Gestapo.
- Anita Laska und ihre Schwester Renate erlebten Zwangsarbeit in einer Papierfabrik und versuchten verzweifelt zu überleben während ihrer Inhaftierung.
Erfahrungen im Konzentrationslager Auschwitz
Ankunft und erste Eindrücke
- Der Erzähler beschreibt seine Ankunft in Auschwitz, wo die Gefängnisse überfüllt waren. Er wurde dorthin geschickt, ohne seine Strafe abgesessen zu haben.
- Zu diesem Zeitpunkt war bereits bekannt, dass Auschwitz ein Ort des Todes war. Die Ankunft dort war für viele das Ende ihrer Hoffnung.
Aufnahmezeremonie und persönliche Erlebnisse
- Bei der Ankunft wurden die Gefangenen rasiert und mit einer Nummer tätowiert. Der Erzähler schildert eine Unterhaltung mit einem anderen Gefangenen während dieser Zeremonie.
- Während der Aufnahmezeremonie erhielt er eine Zahnbürste von einem anderen Gefangenen, was ihm als kleine Hilfe erschien.
Musikalische Erinnerungen und Begegnungen
- Der Erzähler trifft Alma Rosé, die Kapellmeisterin des Lagers. Sie fragt ihn nach seiner musikalischen Ausbildung und lädt ihn ein, Teil des Orchesters zu werden.
- Trotz der schwierigen Umstände wird die Musik als eine Art Flucht beschrieben; Wagner wird als Komponist erwähnt, dessen Werke faszinierend sind.
Richard Wagners Antisemitismus
- Es wird diskutiert, wie Wagners Musik in die Ideologie des Nationalsozialismus passte. Seine Verehrung durch Hitler wird als treibende Kraft angesehen.
- Wagner veröffentlichte antisemitische Schriften, in denen er Juden als unfähig darstellt, authentische Kunst zu schaffen.
Kulturelle Auswirkungen von Wagners Ansichten
- Die Argumentation Wagners über Juden in der Kunst wird als kulturelle Begründung für Antisemitismus betrachtet; dies führte zu einer breiteren Akzeptanz antisemitischer Ansichten in Deutschland.
- Wagners Einfluss auf die deutsche Gesellschaft wird hervorgehoben: Sein Antisemitismus stellte einen Dammbruch dar und legitimierte Hass gegen Juden unter den gebildeten Klassen.
Entartete Musik im Nationalsozialismus
- Im Mai 1938 fanden die Reichsmusiktage statt, bei denen "entartete Musik" präsentiert wurde. Diese Ausstellung zielte darauf ab, Künstler zu diskreditieren.
- Atonale Musik wurde von den Nationalsozialisten als jüdisch betrachtet; es gab Bestrebungen zur Definition von "entarteter Kunst", was zur Verfolgung vieler Künstler führte.
Atonalität und ihre Wahrnehmung
Die Entartung der Musik
- Atonalität wird als Ergebnis der Zerstörung der Tonalität betrachtet, was von einigen als Entartung und Kunstbolschewismus interpretiert wird. Diese Sichtweise ist stark mit dem jüdischen Komponisten Arnold Schönberg verbunden.
- Der österreichische Katholik Ernst Kren wird erwähnt, dessen Werk "Johnny spielt auf" eine schwarze Jazzfigur zeigt, die eine weiße Frau erobert – dies wurde als Rassenschande angesehen.
Die Darstellung in der Nazikunst
- In einer Broschüre über entartete Musik wird ein Afroamerikaner abstoßend dargestellt, um die Nazi-Ideologie zu unterstützen. Dies geschieht durch stereotype Merkmale wie wulstige Lippen und Ohrringe.
- Die Nazis sahen den Jazz als Symbol für Rassenmischung, das sie verachteten. Diese Sichtweise war Teil ihrer rassistischen Ideologie.
Musik im Nationalsozialismus
Geburtstagskonzerte für Hitler
- Am Vorabend von Hitlers Geburtstag fand ein Konzert des Berliner Philharmonischen Orchesters unter Wilhelm Furtwängler statt, das Beethoven's "An die Freude" spielte.
- Diese Konzerte wurden Teil eines nationalsozialistischen Feierjahres und waren zentrale Veranstaltungen zur Feier von Hitlers Geburtstag.
Furtwänglers Engagement
- Joseph Göbbels zwang Furtwängler 1942 zum Auftritt in der Berliner Philharmonie, nachdem dieser sich zuvor mit ärztlichen Attesten entzogen hatte.
- Trotz des Unwohlseins bei den Musikern wurde das Konzert als grandios beschrieben; es war jedoch eine Propagandaveranstaltung.
Moralische Dilemmata im Kontext
Entscheidungen unter Druck
- Es wird diskutiert, welche moralischen Überlegungen Musiker in solch extremen Situationen anstellen müssen: Was sind die eigenen Motive? Welche Risiken bestehen?
- Fragen zur persönlichen Sicherheit werden aufgeworfen: Warum dirigiert man ein Konzert für Hitler, wenn man nicht in Lebensgefahr schwebt?
Das Orchesterleben im Konzentrationslager
Alma Ros und ihr Einfluss
- Alma Ros war eine talentierte Geigerin aus einer angesehenen Musikerfamilie und leitete ein Frauenorchester während der 1930er Jahre.
- Nach ihrer Deportation nach Auschwitz musste sie Musikstücke arrangieren und orchestrieren, um das Überleben des Lagerorchesters zu sichern.
Bedingungen im Lagerorchester
- Es gibt keine Aufnahmen des Orchesters; dennoch wird vermutet, dass deren Qualität besser war als viele andere Lagerorchester.
- Im Lager wurde Alma Ros respektvoll behandelt; sie hatte eine Würde, die nicht ignoriert werden konnte.
Deportationen und persönliche Erinnerungen
Die Vorbereitung auf die Deportation
- Der Erzähler beschreibt eine hypothetische Situation, in der Menschen innerhalb von 24 Stunden aus ihren Häusern deportiert werden. Sie glauben, dass sie in den Osten geschickt werden, um sich anzusiedeln.
- Er erzählt, dass die wertvollsten Gegenstände und Instrumente wie Geigen und Flöten nach Bergen gebracht wurden, was zu einem kulturellen Reichtum führte.
Lebensbedingungen im Lager
- Es wird über die harten Bedingungen während des Arbeitskommandos berichtet; viele Menschen hatten keine angemessene Kleidung und froren im Winter.
- Die Gefangenen mussten ihre Instrumente mitbringen und spielten Märsche zur Unterhaltung der Wachen sowie für andere Häftlinge.
Statistiken und Überlebensdruck
- Es wird betont, dass die Anzahl der Häftlinge am Abend gleich der Anzahl am Morgen sein musste. Tote oder verletzte Häftlinge mussten von anderen getragen werden, um die Statistik zu wahren.
Musik als Flucht
- Konzerte fanden im Lager statt; einige Gefangene konnten durch die Musik für kurze Zeit entfliehen. Die Reaktionen waren gemischt – für manche war es eine Beleidigung.
Auschwitz: Ein Ort des Schreckens
Ankunft und Selektionen
- Der Erzähler beschreibt seine Besuche in Auschwitz, insbesondere Block 12, wo das Musikblock war. Er schildert die grausamen Selektionen an der Rampe.
- Bei der Ankunft wurden Neuankömmlinge nach Alter und Gesundheitszustand sortiert; Kinder und Alte wurden oft sofort zum Tod verurteilt.
Musikalische Praktiken im Lager
- Während des Übens konnten einige Häftlinge Musik hören; dies geschah nahe dem Zaun des Lagers.
Dr. Mengele und medizinische Experimente
Grausame Experimente
- Dr. Mengele führte grausame medizinische Experimente an Frauen durch, darunter Sterilisationen. Diese Praktiken zeigen den extremen Missbrauch von Menschenleben.
Rolle von Richard Wagner
- Der Erzähler erwähnt seine Verbindung zur Musik von Richard Wagner während dieser dunklen Zeit; er spielte ein Stück namens "Die Träumerei" unter schwierigen Umständen.
Ideologie hinter der Musik
Wagner Festspiele
- Die Wagner Festspiele in Bayreuth sind eng mit dem Nationalsozialismus verbunden; Richard Wagner war Hitlers Lieblingskomponist.
Reflexion über Verantwortung
- Der Erzähler betont die Notwendigkeit, sich auch mit den dunklen Seiten der Geschichte auseinanderzusetzen, um ein vollständiges Verständnis zu erlangen.
Hitlers Menschlichkeit und die Wagner-Festspiele
Hitlers Beziehung zu den Wagners
- Hitler hatte eine enge Beziehung zur Familie Wagner, die für ihn eine Art Ersatzfamilie darstellte. Diese Verbindung bot ihm eine Auszeit von seinem gescheiterten Künstlerdasein.
- Trotz seiner politischen Ambitionen war Hitler ein verständiger Wagnerianer, der die Werke Wagners schätzte und oft über Kunst sprach.
Politische Dimension der Festspiele
- Die Präsenz bei den Festspielen wurde als politisches Statement wahrgenommen; internationale Künstler wie Arturo Toscanini zogen sich aufgrund des Hitler-Kults zurück.
- Hitler besuchte häufig die Aufführungen und fühlte sich unter den Künstlern wohl, was zu einer Verehrung seiner Person durch diese führte.
Kriegsfestspiele und Propaganda
- Ab 1940 fanden in Bayreuth die sogenannten Kriegsfestspiele statt, wobei Wagners Musik Teil der nationalsozialistischen Propagandamaschinerie wurde.
- Die NS-Organisation "Kraft durch Freude" finanzierte die Festspiele, um das kulturelle Leben auch während des Krieges aufrechtzuerhalten.
Kulturelle Instrumentalisierung im Krieg
- Klassische Musik wurde zur Wehrertüchtigung eingesetzt; selbst in Rüstungsbetrieben fanden Konzerte statt.
- Trotz des totalen Kriegseinsatzes blieb das deutsche Kulturleben bis ins fünfte Kriegsjahr unbestritten erhalten und sogar gesteigert.
Musikalische Darbietungen in Konzentrationslagern
- In großen Konzentrationslagern gab es Orchester, die Teil des Lagerlebens waren. Dies diente als Täuschung für Außenstehende.
- Theresienstadt wurde als Musterlager genutzt, um ein positives Bild vom Leben der Juden während ihrer Internierung zu vermitteln.
Propaganda und Realität
- Der propagandistische Film "Der Führer schenkt den Juden eine Stadt" entstand spät im Jahr 1944, obwohl bereits bekannt war, welche Gräueltaten an Juden verübt wurden.
Die Rolle der Musik im Nationalsozialismus
Verfolgung von Künstlern
- Viele Musiker und Darsteller wurden nach den Dreharbeiten sofort deportiert, darunter auch nach Auschwitz-Birkenau.
Kulturelle Instrumentalisierung
- Der Nationalsozialismus wird als kulturelles Phänomen betrachtet; selbst die, die ermordet werden sollten, wurden für musikalische Zwecke genutzt. Diese Mentalität ist schwer zu begreifen, aber zentral für das Funktionieren des NS-Regimes.
Holocaust-Gedenktag und Musik
- Bei einem Konzert zum Holocaust-Gedenktag in London wurde ein Requiem für die Opfer von Theresienstadt aufgeführt. Simon Wallfisch stellte das Programm zusammen.
Reflexionen über Geschichte durch Musik
- Die Komponistin Silvi Bodorova schrieb ein Requiem in den 1990er Jahren, um ihre Reflexionen über die Geschichte in die Gegenwart zu bringen. Sie verwendet Themen aus Verdis Requiem.
Persönliche Erinnerungen und Identität
- Anita Laska spricht über ihre Herkunft und den Einfluss des Holocaust auf ihr Leben. Sie betont ihre Sensibilität gegenüber dem Thema und wie es Teil ihrer Identität geworden ist.
Überleben und Neuanfang
Befreiung aus Auschwitz
- Nach einem Jahr in Auschwitz sind Anita und Renate Lasker befreit worden, jedoch heimatlos geblieben. Monate später gelingt ihnen die Ausreise nach England.
Neues Leben in England
- In London beginnt Anita Laska ein neues Leben mit einer Familie und einer neuen Sprache. Sie möchte verlorene Zeit aufholen und sich weiterentwickeln.
Musikalische Karriere
- Anita wird Gründungsmitglied des English Chamber Orchestra und heiratet einen Pianisten. Fast 50 Jahre kehrt sie nicht nach Deutschland zurück.
Auseinandersetzung mit der Vergangenheit
Rückkehr zur Musik
- Wilhelm Furtwängler bleibt bis kurz vor Kriegsende in Deutschland; er hätte früher ausreisen können, was Fragen zur Verantwortung aufwirft.
Unaufgeklärte Fragen
- Viele Protagonisten des deutschen Musiklebens waren tief in die Verbrechen des Naziregimes verstrickt; eine echte Auseinandersetzung fand nie statt.
Persönliche Perspektiven
- Es ist schwierig, Urteile über Menschen zu fällen, die unter extremen Bedingungen lebten. Die Frage bleibt offen, wie viele jüdische Mitglieder entlassen wurden oder instrumentalisiert waren.
Versöhnung mit der Vergangenheit
Besuch im Bundestag
- 2018 besuchen Renate Lasker Harbrecht und Anita Lasker Wallfisch den Deutschen Bundestag; ihr Sohn spielt Cello bei diesem Anlass.
Umgang mit Hass
- Anita reflektiert über ihren anfänglichen Hass auf alles Deutsche nach dem Krieg; sie hat diesen Hass überwunden und sieht ihn als Gift an.
Bedeutung der Versöhnung
- Die Fähigkeit zur Versöhnung wird bewundert; Musik hat eine transformative Kraft im Leben der Menschen trotz traumatischer Erfahrungen.